Jugend gestaltet den Strukturwandel


 
23.10.2020. „Wenn der Strukturwandel in unserer Region erfolgreich sein soll, dann müssen wir diejenigen ins Boot holen, die er vor allem betreffen wird. Und das sind die jungen Menschen, die heute im Rheinischen Revier leben“, unterstreicht Brigitte Capune-Kitka, Vorsitzende von ANTalive. Der gemeinnützige Verein wendet sich mit seinem Projekt „Jugend gestaltet den Strukturwandel“ bewusst an die junge Generation. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesmodellvorhabens „Unternehmen Revier“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Das Rheinische Revier steht vor einer großen Herausforderung: dem Ausstieg aus dem Braunkohleabbau und der Braunkohleverstromung. Gleichzeitig ist dieser Wandel aber auch eine große Chance für die Region – für neue Ideen und neue Technologien. Themen, die hierbei im Mittelpunkt stehen, sind der Klimawandel, die Energiewende und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen. Mit dem Bundesmodellvorhaben „Unternehmen Revier“ möchte der Bund dieses Innovationspotenzial heben. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert zukunftsweisende Projekte in den vier deutschen Braunkohlerevieren, zu denen auch das Rheinische Revier gehört.

Beim Projekt „Jugend gestaltet den Strukturwandel“ sollen im Schuljahr 2021/22 an allgemeinbildenden Schulen Projektgruppen und AGs zum Thema Strukturwandel initiiert werden. Zielgruppe sind Oberstufenschülerinnen und -schüler der beteiligten Schulen im Rheinischen Revier. „Die schulischen Angebote bilden die Grundlage für eine fundierte Wissensvermittlung und sind für die Jugendlichen der Einstieg in einen Partizipationsprozess. Sie sollen die Chance erhalten, ihre eigenen Ideen einzubringen und die Zukunft ihrer Region aktiv mitzugestalten“, erklärt Capune-Kitka.

Im Mittelpunkt der inhaltlichen Arbeit in den Projektgruppen stehen die Themen „Energie und Industrie“, „Raum, Infrastruktur und Mobilität“, „Ressourcen und Agrobusiness“ und „Innovation und Bildung“. Aus diesen Themenfeldern wählen die Schülerinnen und Schüler ein spezielles Unterthema, das sie besonders interessiert und das sie bearbeiten möchten. Die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen werden am Schuljahresende veröffentlicht und auf einer Abschlussveranstaltung prämiert.

Ein wichtiger Aspekt des Projektes ist die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler durch fachliche Experten. Die Experten können von Hochschulen, Unternehmen, vom Forschungszentrum Jülich, der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, der Entwicklungsgesellschaft indeland oder von anderen Institutionen sein. Sie unterstützen bei den Fragestellungen und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den gewählten Kursthemen.

Geplant sind auch zwei Fachkongresse, die von den beteiligten Schulen ausgerichtet werden sollen. Je nach aktueller Situation in Bezug auf COVID-19 können diese Fachkongresse auch digital stattfinden. Dabei knüpfen die Kongresse an die ausgewählten Themenschwerpunkte der Schulen an. Mögliche Themen könnten z.B. Bioökonomie, Wasserwirtschaft im Strukturwandel, Digitalisierung oder E-Mobilität sein.

„Wir sind gerade dabei, uns ein Netzwerk aus engagierten Partnern aufzubauen. Die Kurse und Veranstaltungen sollen dann im Schuljahr 2021/22 stattfinden. Experten, die sich beteiligen möchten, und Schulen, die im Rheinischen Revier liegen und Interesse haben mitzumachen, sind herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden“, so Capune-Kitka. Zum Rheinischen Revier gehören die Kreise Düren, Euskirchen, Heinsberg, der Rhein-Erft-Kreis und der Rhein-Kreis Neuss, die Städteregion Aachen und die Stadt Mönchengladbach.